Die Prinzessin schläft heute auswärts.

IMG_4705

Das letzte Kindergartenjahr schreitet nun für unser kleines Maditchen voran und neben dem ersten Wackelzahn, dem Schleifen binden und den ersten Leseversuchen lag der kleinen Dame schon recht lange ein weiteres Thema auf dem Herzen: Auswärts zu übernachten.

Damals bei Lottchen habe ich mir gar nicht großartig Gedanken gemacht- und obwohl es bei der besten Freundin war, hat das erste Übernachten woanders nur bis um kurz nach zehn damals funktioniert. Dann war das Heimweh einfach zu groß und ich musste sie abholen.

Jetzt wo es also wieder an der Zeit für ein „erstes Mal“ war, bin ich im Kopf nochmal abgegangen, wie es damals war und was ich vielleicht für mein Kind besser machen könnte, um es bei diesem wichtigen Schritt zu unterstützen.

Was braucht es, damit mein Kind sich sicher fühlt?

Nun das ist gar nicht so leicht zu beantworten und sicherlich bei jedem Kind unterschiedlich. Bei uns ist es ein Kuschelkissen und Kuscheltier.

Das zweite ganz wichtige ist meiner Meinung nach die Versicherung, dass man jederzeit bereit ist, das Kind abzuholen, wenn es sich nicht mehr wohl fühlt. So einen Plan B in der Tasche zu haben, ist nämlich auch für Kinder sehr wichtig.

Ab wann ist mein Kind bereit für eine Übernachtung bei einem Freund?

Auch das ist sicher ganz abhängig vom Kind selbst, ich jedoch hab es als gutes Omen gesehen, dass Maditchen es von sich aus gesagt hat. Das signalisiert mir, dass sie sich, zumindest teilweise, schon selbst damit auseinander gesetzt hat und die eigene Entscheidung getroffen hat.

Wir hatten das Glück, dass Maditchens Übernachtungsheim ebenso aufgeregt auf die anstehende Übernachtung der kleinen Prinzessin war, wie sie selbst. Sie hat den ganzen Tag über mit ihrem Freund spielen dürfen, mit dem Unterschied, dass sie eben abends nicht nach Hause musste. Trotzdem hat sie mich natürlich zum Gute-Nacht-Sagen angerufen, und anders als ich, die doch etwas sentimental geworden war ob der plötzlich so großen Dame, war Maditchen recht kurz angebunden und legte nach dem obligatorischen Satz prompt auf.

Wie bereite ich mein Kind vor ?

Wir haben zusammen Maditchens Lieblingsrucksack aus dem Schrank geholt und erst einmal alles vor ihn gestellt, was sie gerne mitnehmen würde. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, hatten natürlich nicht 10 Barbies, 3 Spiele und etliche Kuscheltiere und Tones neben der Kulturtasche und den Schlafsachen eher wenig Platz. Also haben wir gemeinsam insgesamt 4 Sachen ausgewählt, die der kleinen Dame besonders wichtig sind und den Rest wieder verräumt.  Das war für Maditchen wichtig, um sich selbst für ihre Übernachtungstasche verantwortlich zu fühlen.

Und wenn es doch nicht klappt ?

Bei uns ist alles super gelaufen und Maditchen ist dann Teenie-mäßig nachmittags irgendwann mal in der Homebase aufgeschlagen, aber natürlich ist das nicht immer so. Wichtig ist meiner Meinung nach, das Kind nicht unter Druck zu setzten, keine Bestechungen („Wenn du es schaffst, kannst du dir auch was aussuchen“) auszusprechen und Empathie zu zeigen, wenn die Meinung sich doch geändert haben sollte. Selbst wenn es 6 oder 12 Monate dauert, bis das Kind für einen Wiederholungsversuch bereit ist, irgendwann wird die Zeit kommen. Und im Nachhinein ist es doch für uns Eltern immer alles viel zu früh gewesen, wenn sie dann Teenies sind und sowieso nicht mehr viel mit einem zu tun haben wollen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.